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Gymnasiale Bildung Zwischen Kompetenzorientierung Und Kulturarbeit, Teresa Schweiger, 9783531164410

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Gymnasiale Bildung zwischen Kompetenzorientierung und Kulturarbeit – der Titel deutet an, dass eine Verortung des Bildungsauftrags des Gymnasiums angesichts aktueller gesellschaftlicher wie globaler Herausforderungen ansteht. Die Diskussion bewegt sich derzeit zwischen stoffbasierten Lehrplnen und kompetenzorientierten B- dungsstandards, zwischen individueller Frderung und Vergleichbarkeit sowie zwischen dem Erwerb fachlicher Basics fr Studium und Beruf und der Pers- lichkeitsentwicklung von Heranwachsenden. Ein Blick zurck zu den Anfngen gymnasialer Bildung soll der Klrung der Frage nach den Gegenwarts- und – kunftsaufgaben des Gymnasiums dienen. Die Formen des hheren Schulwesens, die seit Wilhelm von Humboldt als Gymnasium im heutigen Sinne bezeichnet werden, haben eine wechselvolle – schichte erfahren. Seit Einfhrung des ersten Abiturientenexamens 1788 – und 1834 als Abitur dann fr alle Studierwilligen verpflichtend – unterliegt das Gym- sium einem stndigen zeitgeschichtlichen Wandel als Reaktion auf neue gese- schaftliche Bedrfnisse. So spielt das Gymnasium Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in der berwindung des feudalen Absolutismus eine magebliche Rolle. Im Sinne der Aufklrung sollte hhere Bildung als Zugang zu gesellschaft- chen Schlsselpositionen kein Standesprivileg mehr sein, das mit der Geburt – worben wird, sondern jedem Staatsbrger offenstehen. War dieses Recht zunchst der mnnlichen Bevlkerung vorbehalten, wurde es zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch dem weiblichen Geschlecht zugestanden. Seit 1908 konnten junge Frauen in Preuen durch den Besuch des Lyzeums, wie die hhere Mdchenschule damals hie, ein Hochschulstudium aufnehmen. Faktisch blieb das Grundrecht auf hhere Bildung, ob fr Mnner oder Frauen, allerdings lange Zeit der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten. :Dr. Dorit Bosse ist Professorin fr Schulpdagogik mit dem Schwerpunkt Gymnasiale Oberstufe an der Universitt Kassel.

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